Presseartikel |
|
|
Tageblatt Journal vom 04.12.99 |
|
|
|
|
Vorsicht, Ganoven - der große Bruder rechnet mit euch!Erstes globales Überwachungssystem mit Internet-AnschlussLothar Prang wittert überall auf der Welt Diebe, die den reichen deren mehr oder weniger mühsam erworbenen Yachten oder Luxuslimousinen stehlen wollen. Nicht, dass der Geschäftsführer der Hamburger Pro-Tection AG eine Phobie hat oder gar unter Verfolgungswahn leidet - der 57-Jährige war viele Jahre Berater von Versicherungsunternehmen und kennt die Statistiken: "Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Einbrüche und Diebstähle verübt", erklärt er, "und nur 53 Prozent davon konnten aufgeklärt werden. Die Erfolgsquote muss besser werden!"Und er weiß auch schon wie: Mit Hilfe des Global Guarding Systems, das seine Firma weltweit exklusiv vertreibt. Es ist das erste globale Überwachungs-, Verfolgungs- und Sicherheitssystem, das auf dem ganzen Erdball störungsfrei funktioniert - "wenn man mal von ein paar Polargebieten absieht", wie Prang eingesteht, "aber auch das wäre noch einrichtbar". Wichtigster Bestandteil des Systems ist eine 12x12x4 Zentimeter kleine Box, die beispielsweise in einer Luxusyacht, einem Lastzug oder an einer Pipeline (z.B. in einer völlig unzugänglichen Gegend) installiert wird. Über die eingebaute Antenne werden kontinuierlich Daten zu einem Inmarsat-Satelliten gesendet und weiter an die Erdempfangsanlage (Station 12 in Holland) übertragen. Von da aus gelangen die Informationen via Internet an den Rechner der Sicherheitszentrale in Hamburg. Hier wird aufgeschlüsselt, was zwei Satellitensysteme ermittelt haben: GPS meldet die genaue Position des zu sichernden Objektes, und das D-plus-Netz überträgt die gemessenen Daten von bis zu 64 Funktionen in den Rechner.
|
So können beispielsweise Temperaturen, Druck oder Windstärken abgefragt, aber auch - über angeschlossene Bewegungsmelder oder Kameras - ungebetene Gäste sofort geortet werden: Der große Bruder sieht alles. Auf Wunsch auch vom Sessel daheim aus: Über das Internet und mit entsprechender Software lassen sich alle Daten direkt auf den PC - oder unterwegs auf dem Laptop - laden. "Hätte die Pallas ein solches Gerät an Bord gehabt", resümiert Lothar Prang, "dann wäre das Ausmaß des Unglücks nicht so gigantisch gewesen". Denn die Box hätte automatisch ausgelöste Alarmsignale an das Rechenzentrum übermittelt, was zu blitzschnellen Schutz- und Gegenmaßnahmen geführt hätte". Davon waren auch Vertreter der Umweltorganisation "Greenpeace" überzeugt, die sich kürzlich bei dem Hamburger Sicherheitsunternehmen über das Global Guarding Systems schlaumachten. Nun soll die Box nicht nur Schiffe sichern. Prang sieht Einsatzmöglichkeiten ohne Ende: zum Beispiel Container, Wohnmobile, Ferienappartements, Baumaschinen, Industrieanlagen - und Freigänger aus Gefängnissen "Natürlich", so der Pro-Tection-Chef, "wird sich die Idee mit der elektronischen Fußkette für Häftlinge bei uns nie durchsetzen. Aber theoretisch wäre das in Sachen Verbrechensbekämpfung nützlich. Ausländische Politiker waren übrigens angetan." Selbstverständlich hat alles seinen Preis. Etwa 4000 Mark kostet so ein Sicherheitspaket, das man auch leasen kann. Lothar Prang geht davon aus, dass sich das rechnet: "Ende 2002 werden wir 100 000 Boxen verkauft haben". Einige davon "schwimmen" übrigens in einem Yachthafen in Elbe-Nähe. Der Betreiber der Anlage macht die Haftung bei Diebstählen von der Installation der Box abhängig.
|