
99 Meldungen zur ersten Rolex Baltic Week
46 Crews wollen deutscher Meister werden / 27 J/24 bei den German Open
Neustadt. Noch fehlt eine einzige Meldung zur Schallmauer von 100 teilnehmenden Yachten an der ersten Rolex Baltic Week, die von Sonnabend, dem 7. August, bis Sonntag, den 15. August, in Neustadt/Holstein ausgesegelt wird. Doch die Veranstalter vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) aus Hamburg sind optimistisch, diese noch zu durchbrechen. "Mit den letzten Nachmeldungen sollten wir die Hürde nehmen", meint Regattaleiter und Organisationschef Holger Benox wenige Tage vor dem Startschuss. Das Feld reicht von 27 baugleichen J/24-Booten, die ihre German Open austragen, bis zur Swan 56 R "Chrila" von Claus Bressler. Der sportliche Höhepunkt ist jedoch die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) im Seesegeln (7. bis 10. August).
Mit rund 100 Yachten und etwa 700 Seglerinnen und Seglern zur Premiere der Seesegelwoche dürfen NRV und Titelsponsor Rolex Deutschland mehr als zufrieden sein. Zugpferd Nummer eins ist die IDM, die 46 Teams - darunter die schwedische IMX40 "Spiff" aus Frölunda in der sogenannten Königsklasse IMS 1 - anzieht. Die IDM wird in den drei Wertungsgruppen IMS 1, IMS 2 und IMS 3/4 gesegelt und beginnt am Sonnabend (7. August) um 14 Uhr mit dem Start zur Langstrecke, die über 80 bis 120 Seemeilen durch die westliche Ostsee über Nacht andauern soll.
"Ein guter Start und eine solide Taktik sind wichtig, um nicht gleich ins Hintertreffen zu geraten", weiß Thomas Jungblut um die Bedeutung der 1,5-Fach gewerteten Langstrecke, die laut Meisterschaftsordnung nicht gestrichen werden darf. Der Hamburger Segelmacher ist Skipper auf der Topfavoritin "L+M Hispaniola", eine Rodman 42 von Horst Mann aus Strande. Die Generalprobe, die 115. Travemünder Woche, gewann die Mannschaft schon souverän, ob wohl sie dort zum ersten Rennen gar nicht angetreten war und so schon mit ihrem Streicher begann.
Während alle Experten einen Zweikampf mit dem Schwesterschiff "Hanseatic Lloyd" von Christian Plump aus Bremen erwarten, gehört die IMX40 "Moonshine" von Matthias Müller von Blumencron zu den Geheimtipps. Sie wurde schon bei der IMS 600-Europameisterschaft während der Kieler Woche Fünfte. Titelverteidiger Thomas Brügge (Neumünster) hat mit seiner neuen "Extasy", eine X-43, dieses Mal eher Außenseiterchancen.
Einen neuen deutschen Meister wird es in der Klasse IMS 2 geben, da der Flensburger Torsten Bastiansen mit der "Sailtron X Press" nicht am Start ist. In seine Fußstapfen will Peter Süselbeck aus Oberhausen treten, der mit seiner First 36.7 "Westwind" die deutschen Farben bei der Rolex IMS-Weltmeisterschaft in Capri/Italien vertrat, wo er mit Platz 22 allerdings hinter den eigenen Erwartungen zurück geblieben war. Seinen Vorjahreserfolg in der Wertungsgruppe IMS 3/4 will Detlef Amlong aus Schwedeneck mit der "Froschkönig" wiederholen.
Der erste Internationale Bavaria Cup in der zweiten Wochenhälfte hat zwölf Eigner auf den Plan gerufen. "Da hatten wir mit deutlich mehr Zuspruch gerechnet, weil er uns angekündigt worden war", erklärt Benox, "aber eine neue Regatta muss sich in der Szene auch erst mal beweisen. Das haben wir vor." Unter den Meldungen sind allein drei Yachten vom neuen Typ 35 match, deren Leistungsvermögen im Vergleich zu den klassischen Bavarias von 32 bis 44 Fuß Länge auf dem Prüfstein steht.
Zu den prominentesten Teilnehmern gehört Ronald "Ronny" Wulff, der sich für das Swan Race, das von der Deutschen Bank präsentiert wird, extra die Swan 45 "Babs" gechartert hat. "Mein eigenes Schiff liegt im Mittelmeer", so der ehemalige Präsident vom Fußballbundesligisten Hamburger Sportverein, "aber deswegen darf ich die Rolex Baltic Week doch nicht auslassen." Wulff hatte in Vorjahr mit seiner Swan 53 "Cheri" bei der DaimlerChrysler North Atlantic Challenge des NRV erfolgreich den Atlantik überquert.
Neun Crews wollen den Spaßfaktor in den Vordergrund stellen und haben sich für den Fun Cup angesagt, den die Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg präsentiert. Dabei geht es eingeteilt nach Yardstick-Zahlen im Känguru-Start los. Das heißt, die vermeintlich langsamsten Boote dürfen - teils mehrere Stunden - früher los. Unter den Fröhlichen sind auch drei Bavarias, die nicht um ihren eigenen Cup segeln wollen, die große Swan "Chrila" sowie die "Saybia". Die Hanse 531 fuhr vor kurzem auf einer Promotiontour die Strecke des NORD/LB Baltic Sprint Cups ab, den der NRV im nächsten Jahr von Sandhamn in Schweden über sechs Stationen nach Warnemünde veranstaltet.
Das größte geschlossene Teilnehmerfeld stellt die J/24-Klasse bei ihrer German Open. Zu den Favoriten der baugleichen Einheitsklasse zählen die Ranglistendritten und -vierten von 2003, Manfred König und Jan Kähler (beide Hamburg) mit ihren Mannschaften. Bei der Kieler Woche 2004 hatte Kähler den Bug am Ende knapp vor König. "Die J's haben die Rolex Baltic Week in ihren Kreisen von Beginn an intensiv beworben", sagt Holger Benox, "deshalb ist auch eine so starke Beteiligung entstanden."
Der Regattaleiter freut sich ebenso sehr auf das abwechslungsreiche Landprogramm. In Festzelt im Race Village wird es an vielen Abenden Live-Auftritte von Musikbands verschiedener Richtungen geben. Das "Casino Hotel Vier Jahreszeiten" sorgt für ein Catering der Extra-Klasse. Und die Hauptsiegerehrungen finden am Dienstag (10. August) und am zweiten Sonntag vor dem Rathaus der Stadt Neustadt auf dem alten Marktplatz in der City statt.
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